Allgemein

Die lästige Grauzone der eigenen Bequemlichkeit

Bequem haben wir‘s ja alle gern von Zeit zu Zeit. Oder? Manche von uns sogar die meiste Zeit über. Zumindest verlassen wir nicht gern freiwillig unsere selbst erschaffenen Comfort – Zones. Wenn man das nämlich tut, kann es durchaus sein, dass Unvorhergesehenes passiert und wir gezwungen sind, uns umzustellen – auweia! – beziehungsweise alte Gewohnheiten über Bord werfen zu müssen und uns auf Unbekanntes Terrain zu begeben. Doch wenn – ja wenn – du es wagst, deine eigene Bequemlichkeit mal zu überwinden und die Zeit und Energie aufbringst, etwas zu tun, von dem du zwar begeistert bist, das du jedoch bisher noch nie ausprobiert oder an das du dich schlichtweg einfach noch nie rangewagt hast, wirst du belohnt. Für deinen Mut, für deine Neugier, für deinen Energieaufwand, für alles, was du in ein neues Projekt hinein investiert hast. Es liegt einfach in der Natur des Menschen, sich zu entwickeln, zu experimentieren, zum Horizont zu blicken und sich zu fragen, was dahinter liegt. Sonst wäre die Welt doch stinklangweilig, wenn man nie dem Ruf des Geistes folgt oder sich in neue Welten wagt. Ich habe letztens rausgefunden, dass ich in meinem Leben bisher immerhin schon 14 Länder (Deutschland nicht eingerechnet) und noch ein paar Inseln besucht habe. Und unsere Tochter ist auch schon infiziert 😉

Hey, da kommt tatsächlich was zusammen, wenn man mal nachrechnet. Weil ich schon immer neugierig auf die Welt da draußen war. Aber das geht natürlich auch in kleinerem Stil, direkt vor deiner eigenen „Haustür-Nase“ wartet immer noch genügend Neues, das dein Leben, mag es dir auch manchmal noch so eingeschränkt vorkommen, bereichern kann. Zur Zeit ist ja vieles auch ne Finanzfrage. Doch dann muss man eben kreativ werden und sich persönliche Umverteilungsmodelle ausdenken. Oder auf etwas verzichten, um was anderes dafür zu bekommen. Verzicht ist ein Wort, das heutzutage sehr negativ behaftet ist. Wir wollen alles, möglichst sofort und ohne viel dafür zu tun. Wer sich aber etwas mühsam und ausdauernd erarbeitet hat und irgendwann schließlich das persönlich gesteckte Ziel erreicht, hat eine ganz andere Beziehung dazu. Und kann das Erreichte, so ist jedenfalls meine Erfahrung, dann auch viel mehr genießen. Weil er vor Augen hat, was ihn das gekostet hat und was es wert ist. Und wenn‘s schief geht? Auch dann wirst du belohnt. Und sei es nur, dass du um eine Erfahrung reicher bist und beim nächsten Mal differenzierter und weiser an etwas rangehen kannst. Ich weiß jetzt z.B., dass die Rucksacktouristen Sache für mich nur bedingt geeignet ist und das ist auch schon was. Wer nicht wagt, gewinnt auch nicht. Alte Weisheit, wahrer Kern. Was hast du denn so vor, in nächster Zeit auszuprobieren?

Die Abwechslung bringt‘s

Mein beruflicher Wechsel in einen Naturkindergarten war auch ein kleiner Schritt aus meiner Komfortzone heraus. Vielleicht kein ganz großer aber doch immerhin einer. Und er hat sich gelohnt, auch wenn das Wetter mittlerweile nicht mehr nur vorwiegend sonnig ist und die Temperaturen noch weiter fallen werden.

Kinderparadies

Auch der Schritt, zugegeben eher gezwungenermaßen, mein Musikbusiness personell so zu verändern, dass Music4U auch ohne Kollege Jimmi Love weiterbestehen kann, war dran. Und alles andere als einfach. Wir haben uns nicht verkracht, keine Angst 😉 Der liebe Jimmi ist nur leider wieder bis auf weiteres in seine ursprüngliche US Heimat „zurückgewandert“. Ich hab das durchaus kommen sehen, doch noch nicht so bald damit gerechnet. Corona hat sicher auch dazu beigetragen. Aber ehrlich, wenn man fast 20 Jahre mit jemandem zusammen bei allen möglichen und unmöglichen Events Musik gemacht hat, wo du manchmal die kuriosesten Sachen erlebst, sowas schweißt einen schon zusammen.

Gospelworkshop

Ich vermisse ihn daher schon, diesen ziemlich speziellen, musikalischen „Duo – Partner“ 🥲 Jimmi, du Eule, ich kann nur hoffen, dass du in den USA auch anständige Musik machst und dort jemanden findest, der dir jedesmal nach nem Gig selbstgemachte Marmelade schenkt 🤣 Aber das hieß, dass ich jemanden finden musste, der Jimmi ersetzen kann (denn in Rente will ich musikalisch noch lange nicht nicht gehen 😉 was, wie gesagt, nicht so einfach war. Da mit Kollege Cherry Gehring die Chemie beim letzten Mal super gepasst hatte, fragte ich ihn wieder an und so wird man dieses Jahr in gewissen Kaufhäusern in Karlsruhe und Heilbronn Music4U eben als Gospelduo Cherry Gehring & Evie Sturm antreffen. Dass Cherry, der normalerweise mit Pur auch mal locker vor 68.000 Zuschauern im Schalkestadion spielt, einen gewissen Bekanntheitsgrad besitzt (und mich sehr geehrt fühlen läßt), machte die Sache bei eingefleischten Jimmi Love Veranstalter – Fans zum Glück etwas einfacher. Aber auch, dass Cherry ebenso eine tolle Bühnenpräsenz und krass soulige Stimme hat. Und dazu ein super netter Mensch ist, was vielleicht am wichtigsten ist. Als ich mich endlich dazu durchgerungen hatte, nicht mehr darauf zu hoffen, dass Jimmi vielleicht doch noch irgendwann wieder rechtzeitig zurückkommt (endgültig verabschiedet hat er sich nämlich nicht, entspräche auch nicht seiner Art 😉 und beherzt auf die schwäbische „Kirsche“ setzte, lief es plötzlich wie von allein. Von Jimmi zu Cherry, beides beginnt mit „Dsch“ – MUSS ja gut werden 🙂 Und an Weihnachten dann wieder ne ganz andere musikalische Nummer mit Tracey. Yeah, nach 2 Jahren coronabedingter Pause ENDLICH wieder Gospelkonzerte, da freu ich mich Mega drauf!!!

Das große „C“ läßt grüßen

Stichwort Corona: Version 1.2 hat mich jetzt halt auch erwischt. Mal wieder bei der Arbeit eingefangen, da ging’s rum. Naja, besser jetzt als im Winter. Ist mittlerweile ja zum Glück für die meisten fast nur noch wie ne nervige Erkältung, aber trotzdem lästig. Ich hatte mich noch gewundert, dass, als ich plötzlich heftiges Kopfweh bekam, dieses nach nem Sprung in den kalten Pool nicht besser wurde. Sowas wirkt sonst nämlich immer zuverlässig bei mir. Naja, hätte ich gewusst, dass sich Corona anbahnt, hätte ich diese Aktion wahrscheinlich gelassen. Wie auch immer, ich hab’s schonmal überlebt auch werd das auch diesmal … Wenn man dabei doch nur irgendwie optisch minimal „ansprechender“ rüberkommen würde 😉 Familienmitglieder meinten schon, wenn ich mich in diesem Zustand in die Fußgängerzone setze (was ich aktuell ja eh noch nicht dürfte) stünden die Chancen nicht schlecht, dass da was bei rumkommt. Ich bräuchte noch nichtmal zu singen. Ginge auch gar nicht im Moment, nicht mal wenn ich wollte. Alles, was da grad rauskommt, ist ein verschnupftes Genuschel 🤣 Doch nach 3 Tagen geht’s jetzt schon wieder deutlich bergauf, vor allem wenn ich im Wald bin. Hatte null Halsweh oder Fieber, nur bisschen Husten vor allem aber Schnupfen. Immerhin durfte ich meine Krankmeldung beim Hausarzt diesmal persönlich abholen. Musste halt im Treppenhaus warten und dann wurde sie mir dort von der Arzthelferin überreicht. Klare Verbesserung zum letzten Mal, wo sowas noch als „brandgefährlich“ eingestuft war und Leute schon hysterisch wurden, wenn nur mal irgendwo jemand bisschen gehustet hat. Tja, wen juckt es denn jetzt noch groß, ob jemand geimpft ist oder nicht? Die ganzen unnötigen, persönlichen Dramen sind nun scheinbar komplett vergessen. Es ist nur noch in wenigen Bereichen relevant. Vieles wird eben doch deutlich heißer gekocht, als es dann tatsächlich gegessen wird, das hat Oma schon gewusst!

Wenn man gezwungenermaßen viel zuhause sein muss, dann nutzt Frau gern die Zeit und macht Dinge, zu denen sie sonst eher nicht so kommt… Nach Pilzen suchen (die dann doch nicht gegessen werden, da man ja nie wissen kann….) oder Hagebuttenmarmelade machen zum Beispiel, seeehr lecker! Leider auch seeeehr aufwändig. Junge, war das ne Sauerei, bis das alles durch die Flotte Lotte gedreht und das Mark von den Kernen befreit war. Aber die Mischung Hagebutte – Apfel schmeckt dafür genial gut!!! Der Herbst hat auch seine schönen Seiten, das muss man ihm lassen…

Klar bin ich normal, halt nur anders normal

Ich bin keine normale Mama, trotzdem bin ich eine gute Mama. Ich bin keine normale Ehefrau und trotzdem eine gute Ehefrau. Auch keine normale Musikerin, Freundin, Erzieherin, Kollegin … und das ist völlig okay so. Ich zitiere mal wieder Joyce Meyer bei einem meiner Lieblingsthemen: „Die meisten Probleme entstehen, weil Menschen sich selbst nicht mögen“. Wer sich mag, kann sich eigene Fehler verzeihen und dann klappt das auch anderen gegenüber besser. Ich bin wieder auf dieses Thema gestoßen weil ich mir letztens eins dieser momentan so angesagten Online Seminare reingezogen habe. Wenn man krankgeschrieben ist, wird einem ja sonst langweilig… Das Thema: „Smart nein sagen“ klang irgendwie spannend. Das Interessanteste daran aber war für mich, wie die Seminarleiterin darauf reagiert hat, als ihre Assistentin, die sie wohl eigens auch unter anderem für genau diese Aufgabe eingestellt hatte, dann einmal ihre Rechtschreibung korrigierte. Sie wurde von ihr schmunzelnd und mit dem Kommentar, dass sie ja schließlich extra gesagt habe, sie sei Deutschlehrerin, auf ein paar grammatische Unstimmigkeiten in ihren für alle sichtbaren Chat Notizen hingewiesen. An ihrer Mimik und dem hektischen Rumgewurschtel … „wo genau ist das denn, jetzt bin ich ganz durcheinander … das passiert halt, wenn man redetund gleichzeitig mitschreiben muss…“ merkte man, dass dieser Dame das voll unangenehm war. Interessanterweise hatte sie jedoch direkt vorher gesagt, dass eine wichtige Voraussetzung, um gut Grenzen setzen zu können sei, dass man mit eigenen Fehlern gnädig umgehen lernt, mehr seine Stärken betonen soll und sich den Anspruch, möglichst perfekt sein zu wollen, um anderen zu gefallen, aus dem Kopf schlagen sollte.

In einer Sache stimme ich ihr jedoch zu: Ich finde es auch da am schwersten, nein zu sagen, wenn es sich dabei um Menschen handelt, die mir am Herzen liegen. Vielleicht kommt der eine oder andere ja noch auf ein paar humorvolle Formulierungen, bei denen man trotzdem merkt, dass sie ernst gemeint sind, wenn’s darum geht, sich abzugrenzen. Grenzen ziehen schafft immer Distanz, logisch. Aber wie man’s eben „smart“ also freundlich machen kann, das würde mich noch interessieren. Im Seminar ging’s eher darum, wie man das bestimmt tun kann und sich dann nicht doch noch zum Gegenteil überreden läßt. Das ist allerdings nix Neues. Ich finde immer, Humor macht Schwieriges oft etwas einfacher. Daher würde ich da gern mal was drüber schreiben, wie man mit nem Augenzwinkern und gleichzeitig aber so, dass der andere kapiert, dass man‘s durchaus ernst meint, geliebten Menschen bestimmt aber auf nette Art einen Gefallen ausschlagen kann, wenn es für einen selbst gerade nicht so passt. Ohne dabei einen auf Mitleid machen zu müssen. Damit meine ich jetzt auch keine solch platten Umformulierungen wie statt: „Ich habe da jetzt gerade einfach keine Lust darauf“ zu sagen: „ Sorry, aber dazu kann ich mich aktuell einfach nicht motivieren“ oder „Ich denke, das schaffst du auch allein ganz gut“…Ein bisschen kreativer / witziger sollte es schon sein. Falls euch was Gutes einfällt, dürft ihr mir gern schreiben. Ich habe bei mir selber festgestellt, dass ich dann oft was in der Art sage: „Sorry, geht grad echt nicht. Aber dafür mach ich dann / oder habe ich ja schon …gemacht“. Dieses DAFÜR würd ich mir gern abgewöhnen. Man muss sich nicht sofort immer verteidigen oder etwas ausgleichen, wenn man mal ne Grenze gesetzt hat. Ich bin gerade dabei, das wieder mehr zu üben. Denn ich helfe grundsätzlich anderen echt gern, doch eben nicht immer. Bei der Katze werde ich dann mal anfangen, die nutzt mich nämlich oft gnadenlos aus 😉

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